Die Chronik



Als Arthur Ashe im Frühjahr 1975 die letzten Trainingseinheiten intensivierte, um wenige Wochen später als strahlender Sieger den Center Court in Wimbledon zu verlassen, traf sich im Schonnebecker Gasthaus „Zur Alten Post“ eine Gruppe, die in naher Zukunft, der neuen Faszination, mit Ball und Schläger Sport zu betreiben, nachgehen wollte. Ideengeber und treibende Kraft war der spätere erste Vorsitzende Bodo Salzmann. Von nun an dauerte es noch zwei arbeitsintensive Jahre bis die Ein-Platz-Anlage an der Wengestraße in Essen-Schonnebeck fertig gestellt werden konnte. Amtlich wurde es dann am 16. April 1975. Seitdem besteht die Tennisabteilung der Spielvereinigung Essen-Schonnebeck 1910 e.V.
 
Obwohl der Platz in seinen Maßen nicht den Vorschriften entsprach und die Mitglieder weder Volley, Topspin, noch Schmetterball beherrschten, flog im April 1977 der erste Ball über das „eigene“ Netz.

Die ersten Vereinsmeisterschaften und Turniere wurden veranstaltet und das ohne Clubhaus und sanitäre Anlagen. Außerdem wurden bereits zwei Mannschaften zu den offiziellen Tennismeisterschaften des Verbandes Niederrhein gemeldet. Bei allen sportlichen Aktivitäten kam die Geselligkeit nie zu kurz. Zu erwähnen wären hier die berühmt-berüchtigten Karnevalsveranstaltungen, Frühjahrs- und Herbstfeste.
 
Mit steigender Mitgliederzahl wurde es auf der Ein-Platz-Anlage ziemlich eng. So suchte die Vereinsführung nach neuen Möglichkeiten. Schonnebeck - das war die Heimat - doch konnte der Traum, dort weiterhin Tennis zu spielen, nicht realisiert werden. Also ging der SV Schonnebeck ins „Exil“: Essen-Altenessen wurde für die nächsten 18 Jahre die neue „Tennisheimat“. 1981 konnte der Verein von der Stadt Essen eine Drei-Platz-Anlage an der Hövelstraße pachten. Im selben Jahr gesellte sich der TVG Holsterhausen hinzu, mit dem der SV Schonnebeck ab diesem Zeitpunkt die Plätze teilte.

Sportlich ging es steil Berg auf: Zeitweilig präsentierte der Verein sechs Mannschaften, wobei einige Aufstiege zu verzeichnen waren. Auch die Jugendabteilung wuchs kräftig, dank der damaligen Trainer. Zudem fanden auch neben den traditionellen Vereinsmeisterschaften immer wieder gesellige Turniere statt, zum Beispiel ein Pfingstturnier mit handicap. Nach Abschluss der Turniere erschien nicht selten die Schonnebecker Vereinsband „Tante Karin und die Ölaugen“. Gerade nach solchen Feierlichkeiten erwies sich der Heimweg als recht beschwerlich und der nie vergessene Traum, eine eigene Tennisanlage in Schonnebeck zu bauen, lebte dabei immer wieder auf.
 
Dies intensivierte die Bemühungen ein geeignetes Grundstück in Schonnebeck zu finden. 1994 wurden die Bemühungen dann belohnt und es fand sich ein geeignetes Gelände in der Friedhofstraße in Essen-Schonnebeck. So wurden die ersten Anträge noch im selben Jahr gestellt. Es verstrichen einige Jahre, viele Schwierigkeiten und Hindernisse mussten überwunden werden, bis dieses Projekt dann 1999 kräftig ins Rollen kam.

In Rekordzeit und vor allem zum größten Teil in Eigenarbeit entstand die eigene Tennisanlage in Schonnebeck. Im April 2000 fand schließlich die Einweihung der neuen Anlage statt. Beim SV Schonnebeck Mitglied zu sein heißt mittlerweile weit mehr, als nur Tennis zu spielen: Quatschen, Kuchen essen, fröhlich sein, feiern, Skat spielen, basteln - all das gehört genauso dazu wie das Tennis spielen selbst. Nicht zu verschweigen sind natürlich die sportlichen Erfolge und das Projekt, behinderte Kinder und Rollstuhlfahrer in das Tennisleben zu integrieren.

2004 ist die Anlage um einen vierten Tennisplatz erweitert worden und auch die erste Etage des Clubhauses wurde soweit ausgebaut, dass man nun einen wunderbaren Ausblick über alle vier Plätze hat.